Nach dem Frühstück geht’s ab nach Hause, in die Dicke Berta.



Fazit
Die Anreise mit 2 Stopps in Fulda und Lindau war schon grenzwertig. In Lindau bin ich dann noch einen 2. Tag geblieben, da am Lago Maggiore ein starkes Gewitter tobte.

Die Weterfahrt durch den San Bernadino Tunnel war angenehm, kein Stau. Am Lago Maggiore musste ich dann noch einen Zwischenstopp einlegen, da ich erst für den nächsten Tag gebucht hatte. Zum Glück war der einfache Stellplatz in Germignaga voll, der nächste Stopp Camping Lido Monvalle war ein Glücksgriff – ein einfacher, unkomplizierter und kuscheliger Platz direkt am See.

Auf dem Campingplatz Italy Camping Lido am Lago Maggiore hätten eigentlich 2 Tage gereicht. Der Platz ist schön, ich stand 10 m vor dem Badestrand, aber die Gegend und der Ort hat nichts zu bieten.

Die legendäre Cinque Terre wollte ich mir unbedingt ansehen. Der eigentliche Campingplatz Acqua Dolce direkt am Ort Levanto war ausgebucht. Der Camping San Michele ist etwas Öko und ganz hübsch, aber zu weit weg vom Ort und Strand mit einem beschwerlichen Anstieg. Die fünf Dörfer sind mit dem Fahrrad nicht zu erreichen, zumindest mir war die Strecke durch die Berge zu extrem. Ich bin mit der Bahn gefahren, das ist easy. Die Dörfer sind hübsch, aber touristisch völlig überlaufen. In der Hochsaison dürfte hier alles verstopft sein. Toll war die Fahrrad Tour in die andere Richtung durch den ehemaligen Eisenbahntunnel mit fantastischen Ausblicken auf das Meer.

Der Campingplatz Tripesce in Vada ist für einen kurzen Badeurlaub optimal, direkt am Meer mit einem schönen Strand, schlicht und einfach, keine Animation und ein tolles Restaurant. Eigentlich hätte ich länger als zwei Tage bleiben können, aber ich wollte ja noch in der Toskana rumtingeln.

Radda in Chianti ist ein hübsches kleines Bergdorf, aber mittlerweile einfach zu touristisch.

In Panzano stehe ich auf einem einfachen Parkplatz, aber mit einem gigantischen Ausblick auf die Täler des Chianti. Das Dorf ist kuschelig und wenig touristisch ausgerichtet.

In Figline Valdarno standen wir am 9. September 2001. Der Campingplatz ist noch größer geworden. Er ist überwiegend mit Mobilheimen und Ferienappartements bestückt, Stellplätze zum Campen gibt’s nur noch etwa 30. Man will die zahlungskräftigeren Touristen. Für einen Badetag in den etlichen Pools, umgeben von vielen Restaurants, mal ok. Ich mag’s Meer lieber.

Der kleine Campingplatz in Certaldo auf einem Weingut ist recht smuddelig, aber mehr Toskana-feeling geht nicht. Die Weinprobe mit einem Toskanischen Abendmenue war ok, das Essen und die 5 Weine waren aber nichts Außergewöhnliches. Die Altstadt von Certaldo auf einem Hügel ist sehenswert, zu erreichen über eine Standseilbahn.

Marina di Carrara am nördlichen Ende von Marina di Massa und die gesamte Region entlang der Küste ist eine reine Touri-Region mit über 30 Campingplätzen, hauptsächlich von Italienern genutzt und so pulsiert hier abends bis spät in die Nacht das Leben. Als kurzer Zwischenstopp zum Erholen ok.

In den Toskanischen Bergen seit Panzano rutschte meine Womo-Kupplung an steilen Steigungen durch. Seit dem war ich mit einem unguten Gefühl unterwegs. Für die Rückfahrt durch die Schweiz wählte ich daher die Route durch den Gotthardtunnel, die hat nicht so große Steigungen, wie die eigentlich hübschere St. Bernardino Strecke. Diesmal war auch nur eine halbe Stunde Stau vorm Gotthardtunnel.

In Lörrach ging’s auf den Campingplatz, der ist als Zwischenstopp wesentlich angenehmer als der Stellplatz.
In St. Goar direkt am Rhein unterhalb der Loreley ist es einfach nur schön. Und auch ein kurzer Stop in Bensersiel vorm Deich auf dem Strand ist immer wieder toll.

Insgesamt bin ich von der Toskana etwas enttäuscht. Landschaftlich ist sie weiterhin einzigartig schön. In vielen der hübschen Bergdörfern hat aber eine Über-Kommerzialisierung eingesetzt. Radda zum Beispiel hat 1200 Einwohner, aber 12 Restaurants mit überwiegend Touri-Futter. Viele schlichte Stellplätze von früher sind heute entweder für Womos gesperrt oder kosten um die 20,00 €, immer noch schlicht, aber häufig verwahrlost. Überall sind luxuriöse Villen, Fincas und Ferienanlagen entstanden. Es boomt der Agritourismo, Urlaub auf den Weingütern für den gutbetuchten Touristen. Viele früher kuschelige Campingplätze sind heute mit Mobilheimen zugepflastert – Schade, die Toskana verliert gerade ihren lässigen Charme.
