Toskana 2026

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31.05. – 27.06.2026
Eu­tinFuldaLindauMonvalleCastellettoLevantoVadaRaddaPanzanoFigline ValdarnoCertaldoMarina di CarraraLörrachSt. GoarBad OeynhausenBenser­sielEu­tinFazit

Es geht wieder los, Richtung Italien. Donnerstag muss ich am Lago Maggiore sein, ich habe gebucht.

Fulda

Sonntag, 31.05.2026

Ich werde früh wach und kann nicht mehr einschlafen. Was soll’s, 05:30 Uhr Frühstück, 06:30 Uhr Abfahrt. Ich schaffe es bis Fulda, 5 Stunden, 500 km, mehr geht nicht. Gegen Mittag bin ich da.

Und natürlich ins Orange Die Burgermanufaktur, fantastisch.

Durch die Innenstadt geht’s zurück. Überall laufen die Vorbereitungen für den Hessentag, der vom 12. bis 21. Juni in der gesamten Fuldaer Altstadt stattfindet.

Lindau

Montag, 01.06.2026

Nach dem Frühstück breche ich auf in den Deutschen Autobahn Irrsinn: Elefantenrennen, eine Baustelle nach der anderen mit Staus ohne Ende. Ich will wieder Strecke machen, bis an den Bodensee, um diesem Wahnsinn endlich zu entfliehen. Allerdings vor dem San Bernardino Tunnel in der Schweiz staut es sich bestimmt auch noch mal.

Ich steuere den Camping­platz Park-Camping Lindau an, 2002 waren wir schon mal in Lindau, aber nicht hier. Gestern hatte ich per Email eine Anfrage dorthin geschickt. Die Emails hätten sie noch nicht durchgesehen, aber sie findet für 2 Tage bestimmt noch etwas schönes. Nachdem das Mädel an der Rezeption in meine Email geschaut und ich bestätigt hatte, dass ich alleine wäre, sagte sie, es wäre nur noch etwas auf den Warteplätzen vor dem Campingplatz frei. Dort könne ich für 24 Stunden stehen und auch alle Einrichtungen des Campingplatzes benutzen. Auf meine Entgegnung, ich wolle aber gerne 2 Tage hier bleiben, sagte sie, morgen würde dann bestimmt etwas frei sein, sie notiere sich das. Na gut, die Warteplätze sind zur Not ok.

Mittags geht’s ins Campingplatz Restaurant, Spareribs, ganz ok.

Beim Essen sitzt das ältere Ehepaar, das nach mir an die Rezeption kam, neben mir. Sie erzählen, sie hätten für 2 Tage einen tollen Platz ziemlich dicht am See bekommen und hätten mich nirgends entdeckt. Das für mich kein Platz frei wäre, konnten sie nicht verstehen. Es seien doch noch ganz viele Plätze frei, sie durften unter 5 bis 6 Plätzen vorne am See wählen.

Nach dem Essen ging ich nochmal über den Platz, an die 30 Plätze waren noch frei.

Als ich dem Mädel an der Rezeption dies schildere, entgegnete sie, alle Plätze wären reserviert und das Ehepaar nach mir hätte auch reserviert gehabt. Viele kommen halt erst sehr spät. Na gut, aber morgen soll dann ja etwas frei sein.

Nachmittags radel ich zur Insel Lindau.

Auf halber Strecke gibt es noch einen sehr tristen Stellplatz hinter der Therme Lindau.

Die Insel ist eine Touri-Hochburg, Wahnsinn!

Der See ist moderig, schlammig und pi-warm. Aber die Duschen sind gut.

Dienstag, 02.06.2026

Um 05:05 Uhr fährt der 1. Zug am Campingplatz vorbei. Gestern tagsüber hat’s nicht so gestört, aber jetzt um diese Zeit nervt es ganz schön.

Nach dem Frühstück radel ich mal eben rüber nach Österreich nach Bregenz.

Ich will nicht mehr hier auf dem Park-Camping Lindau bleiben, irgendwie sagt mir der Platz überhaupt nicht zu. An den Lago Maggiore will ich heute auch noch nicht, dort gibt es für den ganzen Tag eine Unwetterwarnung mit starkem Gewitter und Regen. Auch hier soll’s ab heute Nachmittag blitzen und donnern, aber nicht so doll. Ich verlege 10 km weiter zum Gitzenweiler Hof.

Früher war das ein Premium 5 Sterne Platz. Seit dem es keinen Pool mehr gibt ist er nicht mehr so angesagt. Im Moment sind in Bayern und Baden-Württemberger noch Pfingstferien, die Kinder Animation fällt aber zum Teil aus.

Es gibt auf dem Campingplatz ein Wirtshaus, eine Pizzeria und einen Biergarten. Im Pinocchio esse ich Calamari Fritti, geht so, halt nicht Da Toni!

Dann Siesta und faulenzen.

Um 17:00 Uhr zieht ein Gewitter auf. Nach einer knappen halben Stunde ist wieder Ruhe und es regnet nur noch.

Morgen will ich weiter an den Lago Maggiore. Ich habe zwar erst für Donnerstag gebucht, aber irgendwo werde ich morgen schon was finden.

Monvalle

Mittwoch, 03.06.2026

Es geht durch die Schweiz zum Lago Maggiore. Ich komme gut voran, kein Stau vorm San Bernardino Tunnel !!!

Ich fahre am Ostufer des Lago entlang. Die Straße liegt direkt am Ufer mit Blick auf den See, traumhaft. Ich hatte mir hier einen Stellplatz und 3 weitere Campingplätze rausgesucht. Gebucht habe ich ja erst ab morgen an der Südspitze.

Der Stell­platz Area Sosta Camper – „Comunale“ in Germignaga ist komplett belegt. Zum Glück, der Camping­platz Camping Lido Monvalle ist ein Traum, ich stehe direkt am Ufer, und das für 20,- €.

Erstmal in den Lago. Das Wasser ist recht moderig, gefühlt ca. 22 Grad, aber ganz angenehm.

Das Ristorante Pizzeria Il Faro am Campingplatz hat Mittwochs zu. In der Bar gibt’s nur Getränke, also wird gekocht, natürlich Spaghetti Aglio Olio, einfach nur lecker.

Dann Siesta, baden, faulenzen und genießen.

Die Duschen sind aus dem Mittelalter, 50er Flair. Aber affengeiler stronger Strahl, herrlich. Ich liebe solche Campingplätze, schlicht und einfach, ohne chicki micki, suchen sie sich einfach ihren Platz. Ich muss aber weiter, habe ab morgen gebucht.

Castelletto Ticino

Donnerstag, 04.06.2026

Hier auf dem Campingplatz Lido Monvalle gibt es heute Morgen keine Panini. Und der Bäcker im Dorf hat zur Zeit nur von Freitag bis Sonntag geöffnet.

Nach 30 Minuten Fahrzeit bin ich am Camping Italia Lido an der Südspitze des Lago Maggiore. Davor ist ein großer Supermarkt, da fülle ich erstmal meine Vorräte auf. Der Platz ist total nett, zwar ein Touri-Platz, aber ich stehe direkt am Ufer, 10 m ins Wasser, cool.

Es gibt sogar einen Pool, im Wasser schwimmend. Die Bar unmittelbar am Wasser hat erst Abends auf.

Ich muss das Restaurant ausprobieren, das Tages-Menü. Ich wusste nicht genau, was da kommt, aber für einen Camping­platz ganz ok.

Faulenzen, und Leckerlies hab ich auch noch. Das Wasser ist hier total sauber, herrlich. Heute ist’s bewölkt, 22 °C, ab 20:00 Uhr soll’s regnen und leicht gewittern.

Im Pool ist’s auch ganz nett, aber Badekappen-Zwang, ich hab zum Glück noch eine aus alten Zeiten. Das Wasser ist kälter und ordentlich gechlort. Nebenan kann man sich in ein Hausboot einmieten.

Die Duschen sind aus den 70er Jahren, aber sauber und das Wasser hat einen satten kräftigen Strahl – und man muss nicht andauernd irgendwo drücken, cool!

Freitag, 05.06.2026

Erstmal ausgiebig frühstücken. An der Bar hatte ich mir für heute Morgen Croissants bestellt, man sind die lecker.

Ich schaue mir den Camping­platz genauer an. Außer den Stell­plätzen am See, gibt es im hinteren Bereich noch ein paar Plätze für Wohnmobile. Überwiegend ist der Camping­platz aber durch Mobilheime belegt.

Am Strand wird’s voll, aber ich hab ja meinen Platz am Womo, und das Wasser ist herrlich

Das Restaurant auf dem Campingplatz direkt am Lago war Gestern Mittag nur wegen einer geschlossenen Gesellschaft zu.

Am späten Nachmittag will ich eine Radtour in den nächsten Ort nach Arona machen, der soll ganz hübsch sein mit alter Stadtmauer und so. Hier ist’s drumrum pott hässlich. Laut Komoot gibt es einen längeren Radweg, der entpuppt sich aber als Seitenstreifen einer vielbefahrenen Bundesstraße mit vielen großen Schlaglöchern. Dafür bin ich dann doch nicht italienisch genug und drehe um.

… und abends noch einen kleinen Snack.

Ab 21:00 Uhr hat’s gewittert und die ganze Nacht mal mehr mal weniger geregnet.

Samstag, 06.06.2026

Eigentlich könnte ich weiter. Außer baden und relaxen hat der Ort nichts zu bieten, da reichen 2 Tage. Allerdings ist Wochenende, ob ich da noch wo anders was finde? Desshalb habe ich hier bis morgen gebucht.

Gefrühstückt wird erstmal drinnen, gegen 10:00 Uhr wird’s trocken und die Sonne lässt sich wieder blicken.

Nachmittags muss Skotti ran.

Abends ist Showtime.

Morgen geht’s weiter nach Levanto in die Cinque Terre. Ein Nachbar erzählt, er sei letztes Jahr im Mai dort gewesen und es war brechend voll. Sie seien geflüchtet. Mal sehen, wies mir ergeht.

Levanto

Sonntag, 07.06.2026

Nach dem Frühstück geht’s nach Levanto.

Hier waren wir zuletzt vor 21 Jahren auf unserer Toskana Tour 2005. Während der Fahrt kommen die Erinnerungen. In Genua und an der Ligurischen Küste geht’s durch zahlreiche Tunnel und dazwischen immer wieder tolle Aussichten auf Ligurische Küstenorte.

Der gebuchte Camping­platz San Michele liegt oberhalb des Ortes terrassenförmig in einem lichten Wald. Son bisschen öko, in der Rezeption hängt ein Pauli T-Shirt.

Das Restaurant macht erst um 19:00 Uhr auf, wenn ich so spät noch was esse, kann ich die ganze Nacht nicht schlafen. Also Spaghetti Aglio Olio.

Am späten Nachmittag radel ich nochmal runter in den Ort an die Promenade.

Ich finde sogar noch einen geöffneten Supermarkt.

Dann Siesta.

Montag, 08.06.2026

Nach dem Frühstück will ich eigentlich nach Monterosso radeln.

Das ist von hier aus das erste Dorf der Cinque Terre. Meine Fahrrad-App Komoot sagt, eine leichte E-Bike Tour, keine besonderen Fähigkeiten erforderlich. Nach 15 Minuten drehe ich lieber um, 19 % Steigung das ist mir dann selbst mit dem E-Bike zu steil und auf Dauer zu anstrengend.

Es geht in die andere Richtung zur Fahrradstraße durch den ehemaligen Eisenbahntunnel.

Kurz hinter dem ersten Tunnelabschnitt liegt eine tolle kleine Badebucht.

Nach dem Badestrand von Bonassola geht der Tunnel weiter nach Framura.

In Framura geht’s nicht weiter.

Also zurück nach Levan­to.

Nachmittags wird gegrillt.

Am späten Nachmittag wird gebadet, in die heute Morgen entdeckte Badebucht. Da gibt’s vom Wasser aus sogar eine kleine Grotte, herrlich.

An der Zufahrt zum Camping­platz ist ein Wildschweingitter installiert.

Dienstag, 09.06.2026

Heute will ich die 5 Dörfer der Cinque Terre besuchen. Gestern Abend ist es mir tatsächlich noch gelungen, online ein Tagesticket für die Eisenbahn zu buchen. Nach dem Frühstück geht’s los.

Ich fahre ganz durch bis ins östlichste Dorf Riomaggiore. Hier tummeln sich die Massen.

Es gibt zwei Ortsteile, die durch einen Tunnel verbunden sind.

Vom Bahnhof Riomaggiore geht’s dann wieder zurück Richtung Westen ins nächste Dorf.

Auch hier in Manarola ist es brechend voll.

Irgendwie habe ich eigentlich keine Lust mehr. So viel Touri-Schnick-Schnack auf engstem Raum und Menschenmengen ohne Ende. Das nächste Dorf Corniglia lasse ich aus. Vernazza soll aufgrund seines kleinen Hafens das schönste sein. Außerdem ist dort heute Wochenmarkt.

Jetzt reicht’s. Das ist zwar alles ganz hübsch, aber reine Touri-Hochburgen. Durch die engen Gassen drängen sich die Massen, dörfliche Idylle kann ich da nirgends mehr entdecken. Was hier wohl in der Hochsaison los ist? Auch Monterosso lasse ich aus und fahre zurück nach Levanto. Ich brauche eine ausgiebige Siesta.

große Wäsche

Vada

Mittwoch, 10.06.2026

Die Wetteraussichten sind toll, ich muss unbedingt ans Meer, baden und chillen.

Ich steuere unseren Lieblingscampingplatz in Vada an, Camping Tripesce. Er liegt in der Toskana unmittelbar am Meer. Hier waren wir 2001, 2002, 2005 und 2016 zuletzt. Und tatsächlich, ich habe Glück. Es ist ein Platz direkt am Strandzugang frei, cool.

Hier hat sich in 25 Jahren nichts verändert, der Platz ist einfach nur toll, schlicht und einfach, und ein Super Strand.

Der Minimarkt ist wie gehabt und auch den kleinen Bunker am Strandzugang gibt es noch.

Auch die Sanitär­anlagen haben sich nicht verändert, aber super sauber, irgendwie sind die ständig am Putzen.

Und auf der kleinen Veranda vorm Restaurant haben wir auch vor 25 Jahren gesessen. 2016 war das Essen nicht mehr so gut, aber heute war es wieder einfach nur köstlich.

Dann baden und faul sein.

Ich brauche noch Grundnahrungsmittel, das gibt’s hier im Minimarkt nicht. Auch in der City hat sich nichts verändert.

Donnerstag, 11.06.2026

Gestern Abend bin ich noch am Wasser entlang.

Heute Morgen stürz ich mich vorm Frühstück in die Fluten, herrlich.

Es hat sich hier doch was verändert:

1. der Müll wird nicht mehr am Womo abgeholt, dafür gibt’s draußen einen Müllplatz.

2. es stehen jetzt ein paar Mobilheime auf dem Campingplatz.

Vormittags begebe ich mich auf eine Revival-Tour durch Vada.

Es gibt jetzt in der City am Sportplatz unmittelbar am Strand einen tristen großen Stellplatz.

Im Restaurant auf dem Campingplatz gibt’s heute Muscheln und Oktopus – einfach lecker.

Für heute Nachmittag ist chillen angesagt – und ich muss entscheiden, ob’s morgen weiter geht oder ich noch einen Tag bleibe – das ist ober schwer !!!

Die Pizza hier im Ristorante muss ich noch ausprobieren. Mittags gibt’s noch keine, der riesige Pizzaofen wird erst abends angeheizt. Sie ist ok, aber eben keine Da Toni Pizza!!!

Pizza Frutti di Mare

Radda in Chianti

Freitag, 12.06.2026

Gestern Abend nochmal ans Meer.

Heute Morgen erst in die Fluten, dann frühstücken und weiter. Der Camping­platz Tripesce ist toll, eigentlich hätte ich noch gut ein paar Tage bleiben können, aber ich will ja noch ein bisschen in der Toskana rumtingeln. Und Badeurlaub kann ich auch zu Hause machen.

Den Parkplatz unten an der Stadtmauer von Volterra gibt’s noch. Das Bergdorf ist wunderschön, mir aber heute zu groß und zu touristisch.

Die Parkplätze in Colle di Val d’Elsa sind alle für Wohnmobile gesperrt. Schade, der Ort war toll, anscheinend jetzt aber nur noch für den gehobenen Toskana-Tourismus.

Die Fahrt quer durch die Toskana ist wunderschön mit fantastischen Ausblicken.

In Castellina in Chianti ist der Parkplatz mittlerweile völlig zugewachsen, keine Aussicht mehr ins Tal und auf das Dorf, und auch kein Sat-Empfang.

Dann peile ich Radda in Chianti an, das war unser erstes Bergdorf in der Toskana 2001, unmittelbar nach dem 11. September 2001. Den Parkplatz gibt’s noch, leider auch hier sind die Bäume in 25 Jahren größer geworden und versperren die Aussicht ins Tal. Und auch die kleine Pizzeria oberhalb des Platzes gibt’s nicht mehr, das ist jetzt ein Edel-Ristorante. Aber ich bleibe.

Ein erster Rundgang durch’s kleine Bergdorf offenbart, der Ort ist knuffig, er ist aber touristischer geworden.

Ich entdecke eine einzige echte Italienische Bar, die ist aber total voll und es wird lautstark diskutiert. Alle anderen Ristorantes, ca. 10 – 12 Stück in diesem kleinen Dorf, sind völlig überteuert und fast leer, es fehlen wohl noch die Touristen. Also wird selbst gekocht, Spaghetti Aglio Olio.

Bei der Wärme eine ausgiebige Siesta.

Gegen Abend nochmal durchs Dorf.

Panzano in Chianti

Samstag, 13.06.2026

Unterhalb des Parkplatzes in Radda gibt es eine ganze kleine versteckte Bäckerei mit frischen Croissants und Baguette.

Ich suche mir 3 weitere Orte im näheren Bereich raus und gebe sie ins Navi ein. Schon im ersten werde ich fündig: Panzano in Chianti, ein kleines Bergdorf mit einem kostenlosen Parkplatz, der eine sensationelle Aussicht in das Chianti-Tal bietet, Wahnsinn!!!

Da ich noch nicht genau weiß, ob ich für heute Mittag ein Restaurant finde und der Coop-Supermarkt um 13:00 Uhr zu macht, geht’s erstmal einkaufen.

Als ich ins Dorf aufbreche, stoße ich sofort oberhalb des Parkplatzes auf das Il Vescovino Ristorante mit einer kleinen Terrasse. Die Tagliatelle mit hauchdünnen Trüffelscheiben sind der Hit.

Panzano ist genau meins, zwei tolle Restaurants, eine Bar, ein kleiner aber feiner Supermarkt, wenig Tourismus und atemberaubende Ausblicke.

Dann Siesta und den Ausblick ins Chianti-Tal genießen.

Gegen Abend maschiere ich nochmal in die kleine Unterstadt. Ich muss mir die Metzgerei von Dario Cecchini ansehen. Er ist weltweit berühmt für sein Florentiner T-Bone-Steak. Ab 20:00 Uhr kann man das hier an einer langen Tafel für 50,00 € verspeisen. Man muß allerdings Wochen vorher buchen.

Als ich zum Womo zurückkomme, trifft gerade eine große Wohnmobile Reisegruppe ein. Die Womos sind alle von einem Caravan Händler aus Rom. Der Parkplatz ist jetzt bis auf den letzten Platz voll.

Sonntag, 14.06.2026

Gestern Abend habe ich noch lange die Aussicht genossen.

Beim Frühstücken entdecke ich in weiter Ferne die Skyline von San Gimignano mit seinen vielen Türmen, das Man­hattan der Toskana. Da ist heute bestimmt die Hölle los!

Dann bricht die Wohnmobil Gruppe von gestern Abend auf. Ich bin hier jetzt auf diesem geilen Stellplatz alleine, neben 3 abgestellten Italienischen Womos. Es gibt hier natürlich keinen Strom, keine Ver- und Entsorgung, keine Toiletten und keine Duschen – gibt es einfach nicht!

Auf dem Dorfplatz in der Unterstadt ist heute Wochenmarkt, klein aber hübsch.

Ich bleibe noch, wer weiß, wo ich sonst am Sonntag was finde. Außerdem kann ich mich an der Aussicht nicht satt sehen.

Erstmal eine ausgiebige Siesta, es ist ganz schön warm. Und die Italienischen Familien sind heute am Sonntag unterwegs.

Ich buche für morgen auf einem Campingplatz. Und noch einen Snack mit Aussicht.

Dann natürlich Fußball gucken

Figline Valdarno

Montag, 15.06.2026

Ein letztes Mal mit der tollen Aussicht Frühstücken.

Dann geht’s los Richtung Figline Valdarno die Serpentinen rauf und runter. Ich mache noch einen kurzen Abstecher nach Greve, mir den Stell­platz dort anschauen.

Auf dem Campingplatz hu Norcenni Girasole village waren wir am 11. September 2001 als bei Terroranschlägen zwei Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers in Manhattan stürzten.

Der luxuriöse Camping­platz ist heute noch größer geworden. Der Girasole water park besteht aus 3 relativ großen Pools mit Wasserfall und Rutsche sowie 3 Becken für Kinder mit kleinen Rutschen und Sprinkleranlagen. Drumherum befinden sich mehrere Restaurants, Pizzerien, Burger-Grills, Bars und Supermärkte.

Ich muss erstmal Duschen.

Im Ristorante Il Vecchio gönne ich mir mit Blick auf die Pool-Landschaften ein Steak mit Parmesan und Rucola, garnicht so schlecht.

Der Platz hat expandiert, der alte Campingplatz nebenan wurde einverleibt und zur exklusiven Upper Village mit dem Sant‘ Andrea water park mit 3 weiteren Pools, Bars und Restaurants gekürt. In den Villen dazwischen sind jetzt Luxus-Appartements. Damit zählt der Platz heute zu den größten und exklusivsten Campinganlagen Italiens. Und immer noch humane Preise, ich bezahle pro Nacht 28,00 € mit Strom und Water Park, das ist weniger als in Pelzerhaken auf dem Campingplatz Seeblick.

2001 standen wir mit unserem Womo noch am Hang. Dort sind heute Mobilheime und Glamping-Zelte. Die Stellplätze für Womos und Zelte sind jetzt der kleinste Bereich.

Nachmittags geht’s in die Pools und relaxen.

Abendrunde

Dienstag, 16.06.2026

Das Bändsel nervt, aber ohne kommt man nicht überall hin. Nach dem Frühstück ist für heute Baden angesagt.

Zum Mittag einen Burger to Go.

… Siesta und wieder in die Fluten.

Für einen Tag mal ganz ok, insbesondere bei der Wärme als Abkühlung. Aber sonst springe ich lieber ins Meer.

So langsam muss ich wieder in die andere Richtung, aber welche Strecke, weiß ich noch nicht, kann mich irgendwie überhaupt nicht entscheiden.

Abendrunde

Certaldo

Mittwoch, 17.06.2026

Gestern Abend 22:00 Uhr: 24 °C

Hier sind sogar die Bäume nummeriert!

Gestern Abend habe ich mich auf einem Weingut eingemietet, mit Weinprobe und Toskanischem Abend-Dinner.

Gegen Mittag komme ich in Certaldo auf dem Agricamping area di sosta camper Poggio ai Pini an.

Der Stell­platzbereich ist in die Jahre gekommen, aber hübsch, unheimlich kuschelig und alles sauber.

Eigentlich wollte ich noch ins Dorf, aber es ist einfach zu warm. Kleinen Snack und Siesta.

Hier werden Wein und Oliven angebaut.

Um 19:00 Uhr startete das Toskanische Abend-Dinner mit einem Wein-Tasting. Alle Weine stammten hier vom Weingut. Zur Vorspeisenplatte gab’s erst einen Weiß- und dann noch einen Roséwein.

Der Chef Stefano erklärt die Weine auf Italienisch gemischt mit Englisch, ich verstehe fast kein Wort.

Zu den Hauptgängen serviert er dann 3 Rotweine.

Zum Nachtisch gibt’s noch einen Sherry.

Bis zum Womo hab ich’s aber doch noch geschafft.

Donnerstag, 18.06.2026

Heute soll’s richtig warm werden.

Also gleich nach dem Frühstück los Richtung Certaldo.

Die Altstadt von Certaldo liegt auf einem Hügel. Ich brauche aber nicht die Serpentinen oder die steilen Treppen hoch krachseln, es fährt zum Glück eine Standseilbahn nach oben.

Die Altstadt ist wunderschön.

… und wieder runter.

Noch schnell zu einem Alimentari und zurück zum Womo für den Rest des Tages in den Schatten.

Abends flattern hier Fledermäuse in Massen rum. Die sind aber so schnell und flink, dass es fast unmöglich ist, sie zu fotografieren.

Marina di Carrara

Freitag, 19.06.2026

Nach dem Frühstück geht’s weiter.

Ich steuere Marina di Massa an, lande aber ganz am Ende auf dem Stell­platz in Marina di Carrara.

Nach dem Abrötern schnell ins Wssser. Der Strand ist hier in einzelne Abschnitte eingeteilt, jeder mit einem eigenen Imbiss oder Restaurant sowie Liegen und Schirme in Reih und Glied. Einen speziellen Hundestrand gibt es auch.

Die Calamari Fritti im Ristorante Cá del Mare sind lecker, natürlich nicht so gut wie bei Da Toni.

Eigentlich wollte ich mir noch die Marmorsteinbrüche von Carrara ansehen. Das ist mir dann aber doch zu weit und bei den Temperaturen zu beschwerlich. Ich kann sie ja hinten in den Bergen sehen. Außerdem stehe ich mit dem Womo auf reinstem Carrara Marmor.

Lieber gehe ich baden und faulenze.

Am Abend ist hier an der Promenade Ramba Zamba, laute Disco-Mucke und um 23:00 Uhr das in Italien obligatorische Feuerwerk, aber nicht so pompös wie früher. Lauter war allerdings gleich nebenan am Bach das Frösche quaken.

Lörrach

Samstag, 20.06.2026

Der Platz hat sich Abends ordentlich gefüllt und heute Morgen warten schon einige draußen vor der Schranke, alles Italiener, ich bin das einzige Womo mit ausländischem Kennzeichen.

Vorm Frühstück nochmal ins Mittelmeer. Und dann die Frage, wie geht’s weiter. Eigentlich wollte ich noch nach Parma, da sollen es aber heute 39 °C werden. Und hier am Meer bleiben, der Platz ist total voll, wie die Ölsardinen gequetscht. Das muss ich auch nicht haben. Ich entscheide mich durchzufahren, bis nach Deutschland, 600 km.

Ich komme einigermaßen gut durch. Um Milano kein Stau, ein erster kleinerer in Como. Und vorm Gotthardtunnel diesmal nur eine halbe Stunde.

Gegen 15:30 Uhr lande ich wieder in Lörrach, aber diesmal nicht auf dem Stellplatz, sondern auf dem Campingplatz. Das ist bei den Temperaturen total angenehm, so kann ich immer mal wieder duschen, herrlich.

Das Campingplatz Restaurant hatte beim letzten Mal zu. Es ist kuschelig und lecker, zum Fußball gucken nehme ich laut Kellner das beste Bier der Region mit.

Sonntag, 21.06.2026

Ich bleibe noch einen Tag hier. Der Camping­platz ist schön und ich kann in Ruhe überlegen, wie’s langsam Richtung Heimat geht.

… und die Currywurst ist lecker!

Gegen Abend bedeckt es sich, ich drehe noch eine Runde durch die City. Doch ganz schön groß mit ein paar hübschen Ecken.

Zum Abschluss nochmal ins Campingplatz Restaurant.

St. Goar

Montag, 22.06.2026

Ich hatte mir einen Camping­platz an einem Badesee am Main rausgesucht. Da gibt’s aber für heute eine Warnung vor schwerem Gewitter. Also rüber zur anderen Seite am Rhein entlang. Da gibt’s zwar auch eine Warnung, aber vor Hitze.

Als ich gegen Mittag in St. Goar auf dem Stellplatz Loreleyblick ankomme, sind vorne in der 1. Reihe direkt am Rhein sogar noch ein paar Plätze frei.

Zum Mittag esse ich Spargel im Restaurant Loreleyblick gleich nebenan.

Dann Siesta, faul sein und den Ausblick genießen. Die Hitze ist auszuhalten, es weht eine angenehme Briese und ich gehe immer mal wieder unter die Dusche.

Bad Oeynhausen

Dienstag, 23.06.2026

Nach dem Frühstück am Rhein geht’s weiter nach Bad Oeynhausen, hier ist meine Schwester Marlies nach ihrer Knie-OP zur Reha. Der offizielle Stellplatz ist ganz hübsch.

Für’s Mittag suche ich mir das Ristorante Pizzeria Piazza gegenüber vom Bahnhof aus, da ist am meisten los und man kann draußen sitzen.

Danach geht’s zu Marlies.

Der Ort selbst ist nicht besonders schön. Er besteht neben dem riesigen Kurpark umgeben von etlichen Kliniken nur aus einer langen Straße, die eine Hälfte Einkaufsstraße mit mehreren kleinen Geschäften, die andere Fußgängerzone mit ein paar Restaurants. Der Stadtbus fährt mitten durch die Fußgängerzone !!!

Bensersiel

Mittwoch, 24.06.2026

Nach dem Frühstück noch die Vorräte auffüllen und dann an die Nordseeküste, ich habe gestern Abend noch gebucht…

… einen Stellplatz direkt auf dem Strand im Sand vorm Deich auf dem Campingplatz Bensersiel, Platz 17 am Wattenmeer.

Die Temperaturen sind optimal, aber leider ist die Nordsee weg. Um 14:00 Uhr ist Niedrigwasser. Dafür kann ich dann morgens und abends baden, und tagsüber duschen.

Am späten Nachmittag muss Skotti ran. Ich liebe es, direkt auf dem Strand.

Da ganz hinten kommt sie, gegen 19:00 Uhr kann ich in die Fluten!

Mondaufgang – Sonnenuntergang

Donnerstag, 25.06.2026

Heute Morgen war’s mir zum Baden zu frisch, bedeckt 18 °C.

Als dann gegen 10:00 Uhr die Sonne raus kommt, ist die Nordsee weg, also ab ins Watt.

Heute ist Italien-Revival, Spaghetti Aglio Olio und meine letzte Flasche Primitivo!

Nochmal Watt:

Freitag, 26.06.2026

Nach dem Frühstück müssen die Vorräte aufgefüllt werden.

Am Strand wird eine Hochzeitslocation aufgebaut.

… gegrillt wird erst gegen Abend

… nochmal Watt
… und es wird geheiratet

… Skotti ist dran

draußen Fußball gucken

Samstag, 27.06.2026

Nach dem Frühstück geht’s ab nach Hause, in die Dicke Berta.

Fazit

Die Anreise mit 2 Stopps in Fulda und Lindau war schon grenzwertig. In Lindau bin ich dann noch einen 2. Tag geblieben, da am Lago Maggiore ein starkes Gewitter tobte.

Die Weterfahrt durch den San Bernadino Tunnel war angenehm, kein Stau. Am Lago Maggiore musste ich dann noch einen Zwischen­stopp einlegen, da ich erst für den nächsten Tag gebucht hatte. Zum Glück war der einfache Stellplatz in Germignaga voll, der nächste Stopp Camping Lido Monvalle war ein Glücksgriff – ein einfacher, unkomplizierter und kuscheliger Platz direkt am See.

Auf dem Campingplatz Italy Camping Lido am Lago Maggiore hätten eigentlich 2 Tage gereicht. Der Platz ist schön, ich stand 10 m vor dem Badestrand, aber die Gegend und der Ort hat nichts zu bieten.

Die legendäre Cinque Terre wollte ich mir unbedingt ansehen. Der eigentliche Campingplatz Acqua Dolce direkt am Ort Levanto war ausgebucht. Der Camping San Michele ist etwas Öko und ganz hübsch, aber zu weit weg vom Ort und Strand mit einem beschwerlichen Anstieg. Die fünf Dörfer sind mit dem Fahrrad nicht zu erreichen, zumindest mir war die Strecke durch die Berge zu extrem. Ich bin mit der Bahn gefahren, das ist easy. Die Dörfer sind hübsch, aber touristisch völlig überlaufen. In der Hochsaison dürfte hier alles verstopft sein. Toll war die Fahrrad Tour in die andere Richtung durch den ehemaligen Eisenbahntunnel mit fantastischen Ausblicken auf das Meer.

Der Campingplatz Tripesce in Vada ist für einen kurzen Badeurlaub optimal, direkt am Meer mit einem schönen Strand, schlicht und einfach, keine Animation und ein tolles Restaurant. Eigentlich hätte ich länger als zwei Tage bleiben können, aber ich wollte ja noch in der Toskana rumtingeln.

Radda in Chi­anti ist ein hübsches kleines Bergdorf, aber mittlerweile einfach zu touristisch.

In Panzano stehe ich auf einem einfachen Parkplatz, aber mit einem gigantischen Ausblick auf die Täler des Chianti. Das Dorf ist kuschelig und wenig touristisch ausgerichtet.

In Figline Valdarno standen wir am 9. September 2001. Der Campingplatz ist noch größer geworden. Er ist überwiegend mit Mobilheimen und Ferienappartements bestückt, Stellplätze zum Campen gibt’s nur noch etwa 30. Man will die zahlungskräftigeren Touristen. Für einen Badetag in den etlichen Pools, umgeben von vielen Restaurants, mal ok. Ich mag’s Meer lieber.

Der kleine Campingplatz in Certaldo auf einem Weingut ist recht smuddelig, aber mehr Toskana-feeling geht nicht. Die Weinprobe mit einem Toskanischen Abendmenue war ok, das Essen und die 5 Weine waren aber nichts Außergewöhnliches. Die Altstadt von Certaldo auf einem Hügel ist sehenswert, zu erreichen über eine Standseilbahn.

Marina di Carrara am nördlichen Ende von Marina di Massa und die gesamte Region entlang der Küste ist eine reine Touri-Region mit über 30 Campingplätzen, hauptsächlich von Italienern genutzt und so pulsiert hier abends bis spät in die Nacht das Leben. Als kurzer Zwischen­stopp zum Erholen ok.

In den Toskanischen Bergen seit Panzano rutschte meine Womo-Kupplung an steilen Steigungen durch. Seit dem war ich mit einem unguten Gefühl unterwegs. Für die Rückfahrt durch die Schweiz wählte ich daher die Route durch den Gotthardtunnel, die hat nicht so große Steigungen, wie die eigentlich hübschere St. Bernardino Strecke. Diesmal war auch nur eine halbe Stunde Stau vorm Gotthardtunnel.

In Lörrach ging’s auf den Camping­platz, der ist als Zwischen­stopp wesentlich angenehmer als der Stellplatz.
In St. Goar direkt am Rhein unterhalb der Loreley ist es einfach nur schön. Und auch ein kurzer Stop in Bensersiel vorm Deich auf dem Strand ist immer wieder toll.

Insgesamt bin ich von der Toskana etwas enttäuscht. Landschaftlich ist sie weiterhin einzigartig schön. In vielen der hübschen Bergdörfern hat aber eine Über-Kommerzialisierung eingesetzt. Radda zum Beispiel hat 1200 Einwohner, aber 12 Restaurants mit überwiegend Touri-Futter. Viele schlichte Stellplätze von früher sind heute entweder für Womos gesperrt oder kosten um die 20,00 €, immer noch schlicht, aber häufig verwahrlost. Überall sind luxuriöse Villen, Fincas und Ferienanlagen entstanden. Es boomt der Agritourismo, Urlaub auf den Weingütern für den gutbetuchten Touristen. Viele früher kuschelige Campingplätze sind heute mit Mobilheimen zugepflastert – Schade, die Toskana verliert gerade ihren lässigen Charme.